Ölwechsel selber machen – noch sinnvoll?!

Am heutigen „Carfreitag“ habe ich den Ölwechsel bei meinem Golf 1 Cabrio selber gemacht: zuhause, in der Garage. In diesem Beitrag zeige ich, was man dazu benötigt, wie man es macht, was es kostet und stelle mir zum Ende hin die Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, den Ölwechsel selber zu machen. Auf gehts!


Was benötigt man?

Für den Ölwechsel beim VW Golf 1 Cabrio mit dem 1,8L 98PS Motor (2H) benötigt man folgendes Material:

  • 5 Liter 10W40 Motoröl
  • Ölfilter (W 719/5)
  • Ölablassschraube inkl. Dichtring

Damit der Ölwechsel unkompliziert und einfach von statten geht, ist folgende Ausstattung nützlich:

  • Rangierwagenheber
  • zwei Unterstellböcke (oder Rampen)
  • Ölfilterschlüssel
  • Ölauffangwanne (oder ein alter aufgeschnittener Ölkanister)
  • 19er Ringschlüssel
  • Trichter
  • alte Lappen
  • ggf. eine alte Decke zum Schutz des Bodens

Der Ölwechsel – So geht´s in 10 Schritten:

1.Das Auto warm fahren. (Bei schönem Wetter wie heute die leichteste Aufgabe.)

2. Das Cabrio mit einem Wagenheber aufbocken und am besten beidseitig mit Unterstellböcken sichern. Dann fühlt man sich einfach sicherer, wenn man mit dem Kopf unter dem Auto liegt.

3. eine alte Decke unterlegen und die Ölauffangwanne unter die Ölablassschraube positionieren

4. Öldeckel abschrauben und Ölpeilstab rausziehen

5. mit einem 19er Ringschlüssel die Ölablassschraube lösen! Achtung, nach dem Warmfahren ist das Öl natürlich heiß. Ich empfehle Handschuhe und alte Klamotten zu tragen!

6. Das Öl in die Wanne laufen lassen. Ich habe den kleinen Fehler gemacht und die Entlüftungsschraube vergessen zu öffnen. Dann staut das sich das Öl in dem Trichterbereich und spritzt etwas.

7. Von unten mit einem Ölfilterschlüssel den Ölfilter lösen. Hier wieder die Ölauffangwanne bereit legen. Auch hier, Achtung: heiß! Den Ölfilter über die Wanne ebenfalls entleeren und das Auto untenrum im Bereich der Ölwanne und dem Ölfilter mit einem alten Lappen ggf. etwas säubern. 🙂

8. Die Dichtung des neuen Ölfilters mit etwas Öl einreiben und wieder anschrauben.

9. Die neue Ölablassschraube mit Dichtring handfest und vorsichtig in die Ölwanne drehen. Als Drehmoment wird hier 30nm angegeben, bei mir passte es aber mit dem Drehmomentschlüssel nicht unterm Auto.

10. Das neue Öl einfüllen. Vorgegeben sind beim Ölwechsel mit Filter 3,8 Liter. Ich bin so vorgegangen, dass ich erst gute drei Liter eingefüllt habe und mich dann mit dem Ölpeilstab rangetastet habe, bis ich die perfekte Mitte zwischen MIN und MAX erreicht hatte. Das kam mit 3,8L aber ziemlich genau hin. Öldeckel wieder drauf, Ölpeilstab wieder rein, Auto ablassen und den Motor starten! Nach einem kurzen Blinken der Ölkontrollleuchte seid ihr dann fertig und könnt losfahren!

Man erkennt es auf dem Foto nicht so gut, aber der Ölstand passt! 😉

Tipp: Kontrolliert nach einer Testfahrt die Dichtheit. Ich hatte die Ölablassschraube etwas zu vorsichtig „handfest“ zu gedreht, sodass er minimal Öl tropfend verloren hat. Somit habe ich mit dem 19er Ringschlüssel nachgezogen und nun passts! 🙂

Was kostet es?

Ich habe im lokalen Fachhandel folgendes bezahlt:

Shell Helix HX6 5 Liter 10W40 Kanister – 30,73€
MANN-Filter Ölfilter W179/5 – 6,52€
Febi Ölablassschraube inkl. Dichtring – 1,27€
SUMME: 38,52€

Bei Amazon liegen die Preise wie folgt:





Ich bestelle sehr viel bei Amazon, habe aber in diesem Falle beim Fachhändler gekauft, da ich bei dem Fachhändler auch das Altöl kostenfrei zurück geben kann. Hierzu ist der Händler verpflichtet. Wie das bei Amazon funktionieren soll, ist mir ein Rätsel. Ich verschicke auf jeden Fall keinen öligen Kanister per Post! 😉

Ob man das Altöl auch kostenfrei beim örtlichen Wertstoffhof abgeben kann und somit der Online-Handel doch wieder vorteilhaft gewesen wäre, weiß ich nicht sicher.

Ölwechsel selber machen – macht das überhaupt noch Sinn?!

Den letzten Ölwechsel habe ich nicht selber gemacht, sondern ich war bei der Waschstraßenkette Mr.Wash bzw. deren Ölwechsel-Station „macOil“. Dort habe ich für einen Ölwechsel 29,90€ bezahlt. Den Blog-Beitrag dazu kannst du hier lesen: Ölwechsel für 29,90€ bei Mr.Wash

Kurzum: Dort konnte ich im Auto sitzen bleiben, ich wurde freundlich bedient, habe ein Serviceheft sowie ein Schild im Motorraum bekommen. Der Ölwechsel war einwandfrei und wurde mit den identischen Marken-Materialien gemacht, wie ich ihn nun auch gemacht habe. Zeitlich hat es damals keine 15 Minuten gedauert!

Der Ölwechsel zuhause war für mich teurer. Zwischen 29,90€ und 38,52€ liegen zwar keine Welten, aber es ist nun mal so. Die Ölauffangwanne sowie der Ölfilterschlüssel sind da nun nicht mit einberechnet, müssen aber natürlich auch vorhanden sein und gehören nicht zur Grundausstattung eines jeden Haushalts.

Interessant: Neuerdings kostet der 10W40-Ölwechsel bei macOil 34,90€ und nicht mehr 29,90€. 😉

Zeitlich gesehen ist der DIY Ölwechsel auch kein Gewinner. Mit Material besorgen, Warm fahren, der Wechsel selber und anschließend die Entsorgung des Altöls und des Ölfilters kosten auch wesentlich mehr Zeit als die eben erwähnten 15 Minuten.

Warum ich es gemacht habe? Ganz einfach: Die nächste macOil-Niederlassung (in Essen) ist ca. 66km mit dem Auto von mir entfernt. Somit kämen wieder Spritkosten oben drauf und natürlich die Fahrtzeit. Also rein rational gesehen schon wieder nachteilig, wenn ich nicht sowieso ins Ruhrgebiet fahren müsste. Zum anderen wollte ich nicht zu einen der örtlichen VW-Vertragswerkstätten oder freien Kfz-Werkstätten fahren. Diese sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch mal teurer als beispielsweise macOil. Oft wird dann mit dem „Ölwechsel-Service“ ja auch noch alles mögliche kombiniert, wie der Check des Reifendrucks oder andere Dinge, die ich selber erledigen kann. Warum also irgendwo machen lassen, wenn ich es auch selber kann!

Das Auto ist mein Hobby und bei einem Hobby sollte man nicht zu genau auf jeden Cent achten. Es soll Spaß machen! Auch wenn es zwar schöneres gibt als mit dem Gesicht unter der Ölwanne zu hängen, so hat es mir trotzdem Spaß gemacht, den notwendigen Ölwechsel selbstständig an einem Feiertag in einer freien Stunde zu erledigen. Auch wenn ich mir selbst keine Garantie auf den Ölwechsel geben kann, so weiß ich genau, was mit meinem Auto passiert ist! In der heutigen Zeit, in dem es für alles einen Dienstleister gibt und man alles machen lassen kann, ist es auch mal schön, selbst was zu erledigen! 🙂

Es bleibt letztenendes also jedem selbst überlassen, ob man es machen lässt oder selber macht. Viel sparen tut man nicht, vorallem keine Zeit. Aber es ist einfach zu erledigen und gehört ein Stück weit auch zum „Hobby Auto“ dazu! 🙂

Viele Grüße,
Daniel

Golf 1 Cabrio in der modernen SUV-Version 😉

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Ein Gedanke zu „Ölwechsel selber machen – noch sinnvoll?!

  1. Markus sagt:

    Die nächste Autowerkstatt befindet sich weit weg von meinem Haus, daher wollte ich den Ölwechsel auch selber machen. Interessant, dass es teurer als in einer Ölwechsel-Station ist. Dazu ist die Arbeit selbst sehr aufwändig, besonders im Winter ist es nicht so bequem, wenn die Finger frieren. Vielen Dank für den Vergleich!

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