Golf 1 Cabrio H Kennzeichen

H-Kennzeichen am Golf 1 Cabrio – sinnvoll?

Immer wieder wird mir draußen die Frage gestellt, wann mein Cabrio denn ein H-Kennzeichen bekäme. Wenn ich dann zunächst erkläre, dass mein Cabrio von 1991 ist und es das begehrte Oldtimer-Kennzeichen erst ab einem Alter von 30 Jahren gibt, ist schnell ausgerechnet, dass es erst im Jahr 2021 so weit ist. Doch macht ein H-Kennzeichen (für mich) überhaupt Sinn?

Das H-Kennzeichen

Allgemein lässt sich sagen, dass das H-Kennzeichen für gut erhaltene und weitesgehend originale Oldtimer ab einem Alter von 30 Jahren durchaus Vorteile hat. Immerhin haben 2 von 3 Oldtimern ein H-Kennzeichen. Folgende Vorteile werden dabei stets hervorgehoben:

  • günstigere KFZ-Steuer
  • günstigere KFZ-Versicherung
  • Fahren ohne Katalysator erlaubt
  • Fahren in allen Umweltzonen ohne Plakette

Gehen wir die vier Kategorien einmal durch. Als Grundlage dient mein VW Golf 1 Cabrio (Typ 155) mit dem 1,8L Benzin Motor mit G-Kat und 98 PS (2H). Meiner hat zusätzlich einen Kaltlaufregler, kurz KLR, verbaut, doch dazu gleich mehr.

KFZ-Steuer

Grundsätzlich wird mein Cabrio in Euro 1 eingestuft, da es mit 1,8L Hubraum pro angefangene 100ccm Hubraum 15,13€ zu zahlen hätte. Das wären 272€ jährlich oder ~22€ pro Monat bei einer „normalen“ Zulassung.

Da mein Cabrio allerdings den beliebten Kaltlaufregler von TwinTec verbaut hat, wird es in Euro 3 eingestuft und muss somit nur 6,75€ für die besagten 18 angefangenen 100cm abdrücken. Das sind 121€ jährlich oder ~10€ im Monat.

Beim Saison-Kennzeichen wird natürlich nur der zugelassene Zeitraum berechnet, sodass ich für den Zeitraum von April bis Oktober (04/10) sieben Monate à 10€ zahle, also 70€.

…und was zahlt man nun für das H-Kennzeichen? Um genau zu sein: 191,74€ jährlich, egal ob Fiat 500 oder Mercedes S-Klasse. Dieser Steuersatz gilt einheitlich für alle Oldies gleich.  Seit Oktober 2017 ist es neuerdings möglich, das H-Kennzeichen mit dem Saison-Kennzeichen zu kombinieren, sodass ich dann für meine Saison bei ~ 112€ liegen würde.

Das heißt, dass ich monatlich knapp sechs Euro mehr zahlen müsste, um ein H-Kennzeichen fahrne zu können! Kein großer Grund zur Vorfreude, oder? 😉

KFZ-Versicherung

Nun ist es immer wieder auf Autotreffen zu hören oder in Internet-Foren zu lesen, dass Oldtimer ja günstiger zu versichern wären. Das mag auch durchaus so sein, doch aus meiner Sicht ist die H-Zulassung nicht der ausschlaggebene Faktor. So entscheidet jede Versicherung unabhängig, ob es Oldtimer-Tarife gibt oder ob es pauschal auf die Erstzulassung gerechnet wird. So gibt es beispielsweise bei Check24 nicht einen Menü-Punkt, der darauf abzielt, ob das Fahrzeug ein H-Kennzeichen hat oder nicht. Selbst wenn man beim Golf 1 Cabrio (Schlüsselnummer lautet 0800 / 604) das Datum der Erstzulassung von 1991 auf 1988 ändert, reduziert sich nicht der Preis der einzelnen Angebote.
Als Beispiel für eine KFZ-Versicherung nehme ich mal den ADAC. Er bietet eine „ClassicCar Versicherung“ an, allerdings bereits für Autos mit einem Alter von 20 Jahren. Auch hier keine Spur von Vorteil was die H-Zulassung betrifft.

..und mal ehrlich: Man zahlt für das Cabrio nun wirklich nicht viel in der Versicherung. 🙂

Fahren ohne Katalysator erlaubt

Das Thema ist schnell abgehakt: Mein Golf 1 Cabrio mit dem 2H Motor lief 1991 serienmäßig mit einem G-Kat vom Band. Somit kann ich auch bei diesem Punkt nur müde gähnen! Für diejenigen, die nicht einen Kaltlaufregler verbauen möchten, gibt es übrigens auch sogenannte Mini-Kats, die ebenfalls zu einer vergleichbaren Steuervergünstigung führen.

Fahren in allen Umweltzonen ohne Plakette

Auch hier brauche ich nicht weit ausholen. Das Cabrio bekommt mit dem besagten Motor und dem Kaltlaufregler die grüne Umweltplakette… Leider auch hier ein uninteressanter Vorteil des H-Kennzeichens.

FAZIT

Auch wenn mein Cabrio erst in knapp drei Jahren 30 Jahre alt wird, kann ich für mich jetzt schon das Fazit ziehen, dass ein H-Kennzeichen zumindest finanziell keinen Sinn macht. Wenn sich bis dahin die Berechnung der KFZ-Steuer nicht verändert haben sollte, komme ich mit dem verbauten Kaltlaufregler günstiger weg. Für alle Golf 1 Cabrios ohne den Kaltlaufregler am 2H-Motor und mit anderen Motoren (z.B. der JH mit 95PS oder die alten Vergaser-Motoren) macht das H-Kennzeichen durchaus Sinn aus finanzieller Sicht.

Was dann noch bliebe, wäre der „emotionale“ Faktor. Wäre es nicht trotzdem ein netter Hingucker auf dem Nummernschild, das H am Ende? Ich glaube jeder Oldtimer-Fahrer fährt den Buchstaben auch mit ein klein bisschen Stolz durch die Gegend, denn schließlich gibts ja das Kennzeichen nur bei einem weitesgehend originalen und gepflegten Zustand! Ein schöneres Lob kann man für seinen Oldtimer doch kaum vom TÜV-Prüfer bekommen! 😉

Mit freundlicher Lichthupe,
Daniel

 

Quellen:

Bußgeldkatalog 2018 – Die Kfz-Steuer für Oldtimer

Bußgeldkatalog 2018 – Kfz-Steuer

ADAC – ClassicCarVersicherung

Check24

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